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Bildröhren-Recycling mit innovativer Technik
     
 

In Deutschland fallen pro Jahr rund 4 Millionen ausgediente Fernseher- und Monitor-Bildröhren an. Immer noch werden Scherben aus der Bearbeitung von Bildröhren beispielsweise in der Verfüllung ehemaliger Bergwerksgruben verwendet; obwohl diese Gläser bei fachgerechter Aufbereitung einen wertvollen Rohstoff darstellen.

 
    Farbbildröhren bestehen im Wesentlichen aus zwei verschiedenen Glaskomponenten: dem Schirmglas (im Bild rechts) und dem bleihaltigen sogenannten Trichter- oder Konusglas (links) mit dem angeschmolzenen Hals. Beide Teile werden bei der Fertigung einer Bildröhre mit  Glaslot (Frit) vakuumfest verbunden. Konusglas enthält etwa 25% Blei, Das Halsglas ca. 35%, das Glaslot >80% Blei. Schirmglas enthält meist kein Blei, ist dafür mit Barium und Strontium dotiert. Die auf der Innenseite des Schirmglases aufgebrachte Leuchtschicht besteht aus z. T. toxischen Bestandteilen, die bei der Aufbereitung der Gläser sicher abgereinigt und entsorgt werden müssen.
  Neue Glasbauteile für Bildröhren (Foto: SCHOTT)    
 

ZME betreibt am Standort Heuchelheim eine Anlage zur sauberen Trennung der Bildröhren-Glassorten. Hierbei werden das bleihaltige Konusglas und das bleifreie Schirmglas effizient und emissionsfrei getrennt und in einem anschließenden Schritt von ihren Belägen (Graphit und Eisenoxid beim Konusglas, Leuchtschicht und Aluminium auf der Innenseite des Schirmglases) gereinigt. Die Trennung erfolgt mittels innovativer Lasertechnik.

Komplette Bearbeitungslinie für Bildröhrengläser
In der mit Laser-Trenntochnologie ausgerüsteten Verarbeitungsanlage von ZME erfolgt die  komplette Bearbeitung der Bildröhrengläser in einem durchgehenden Prozess, an dessen Ende die einzelnen Glasfraktionen sauber und "ready for use" (d.h. ohne weitere Bearbeitungsschritte) als Rohstoff für die Abnehmer – größtenteils Bildröhrenglas-Produzenten im asiatischen Raum – zur Verfügung stehen.

Die Vorteile des ZME-Verfahrens:

  • aus Abfall entstehen direkt weiterverwendbare Produkte
  • der wiederverwertbare Glasanteil konnte auf bis zu 95% gesteigert werden
  • die Trennung einer Bildröhre mittels Lasertechnik erfolgt deutlich schneller als mit herkömmlichen Glastrenntechniken
  • durch den hohen Automatisierungsgrad der Laseranlage sind gesundheitsgefährdende Einflüsse auf den Anlagenbediener ausgeschlossen

Die Entwicklung der Laser-Trennanlage wurde als Demonstrator für ein vollständiges Bildröhren-Recycling vom Bundesumweltministerium unterstützt. Mit dieser Anlage werden nicht nur wertvolle Ressourcen geschont und die Menge des zu deponierenden Sonderabfalls deutlich reduziert, sondern auch Energie eingespart und klimaschädliche CO2-Emissionen vermieden. ZME leistete mit dieser umfangreichen Investition einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung europäischer Umweltstandards, die sich aus der EU-Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Richtlinie ergeben.

 
   
Durch den in naher Zukunft zu erwartenden Technologiewechsel hin zu den sogenannten Flachbildschirmen unterschiedlichster Ausprägungen (TFT, OLED etc.) kann mit einer deutlich gesteigerten Menge an alten Kathodenstrahlröhren zur Entsorgung gerechnet werden. ZME stellt sich den Herausforderungen, sowohl eine sichere und umweltgerechte Verwertung der Bildröhrengläser zu gewährleisten als auch tragfähige Recycling-Konzepte für die neuen Displaytechnologien zu erarbeiten und umzusetzen.